Optimierung der Kupplung Moto Guzzi großes Modell

Nach einiger Laufzeit oder bei starker Belastung wie zum Beispiel im Gespannbetrieb tritt häufig der Fall auf, dass die Kupplung nicht mehr sauber trennt und im Stand bei gezogener Kupplung und eingelegtem Gang ein sogenannter Automatikeffekt auftritt. Das liegt fast immer an der verzogenen Stahl-Zwischenscheibe in der Kupplung zwischen den Reibscheiben. Durch Temperatur verzieht sich die Scheibe zu einem flachen Kegel ( wie eine Tellerfeder ) , dadurch reicht der axiale Platz bei gezogener Kupplung zwischen den Scheiben nicht mehr aus und der oben genannte Effekt tritt auf.

Abhilfe ist wie folgt zu schaffen:

  • Auf halben Radius der Stahl-Zwischenscheibe in einer 6er Teilung Bohrungen 3mm anbringen.
  • Von der Innenseite der Scheibe per Eisensäge eine Schlitz bis in die Bohrungen anbringen.
  • Kanten entgraten.

Das funktioniert aber nur bei Scheiben, die noch nicht verzogen sind - also am besten eine neue Scheibe beschaffen. Der Vorteil der Schlitze ist, dass die Temperaturausdehnung des Materials in den Schlitzen ausgeglichen wird und nicht zu der oben angesprochen Verformung führt ( wie bei Kreissägeblättern ).

Die Bohrungen sind nur dazu da, dass der Sägeschnitt sauber endet. Bei Überarbeitung der Kupplung empfiehlt sich auch die gründliche Reinigung der Innenverzahnung ( ich glaube 102 Zähne ) der Schwungscheibe.

Eine weitere Optimierung ist das Anbringen von Entlüftungsbohrungen in der Getriebeglocke. Das sorgt für gute Umgebungstemperaturen im Arbeitsbereich der Kupplung.

Diese beschriebne Optimierung der nicht ganz unkritischen Kupplung hat sich viele tausend Kilometer im Solo- und Gespannbetrieb bewährt.

Georg / 22.05.2003